WEINE DER PROVENCE

600 Jahre vor Christus gründeten die Griechen die Stadt Marseille und pflanzten die ersten Rebstöcke. Seit dieser Zeit wurde der Weinbau in der Provence immer bedeutender. Aber erst nach der Eroberung der Römer weitete sich der Weinanbau bis ins Rhônetal aus und sehr viel später dann erstreckte er sich über ganz Frankreich. Die Weine dieser Zeit hatten eine klare, leicht rosige Farbe, da die heutige Maischegärung mit dem Kontakt von Most und Beerenschalen noch unbekannt war.

Eine komplexe Geologie

Die geologische Geschichte der Provence kann in vier Hauptperioden unterteil werden:

  • Primärzeit: Ein großes Gebirge aus Felskristallen bildet sich. Im Osten des Gebirges wird ein Vulkan aktiv, dort wo sich heute der Gebirgszug Estérel befindet.
  • Sekundärzeit: Diese Gebirgszüge erodieren und werden komplett von Wasser überschwemmt. Eine dicke Schicht an Kalk- bzw. Kalkton-Sedimenten bedeckt die Region.
  • Tertiärzeit: Man darf die Entstehung der provenzalischen Landschaft nur in Verbindung mit den zu diesem Zeitpunkt entstehenden Alpen sehen. Die Erhebung des imposanten Massivs im Norden führt zu einem Abrutschen und einer Faltenbildung der Sedimentschicht. Im Gegenzug erhebt sich das ursprüngliche Gebirge, allerdings viel weniger stark, in Richtung Osten.
  • Quartärzeit: In dieser Periode werden die unterschiedlichen Felstypen durch eine starke Erosion geformt. Hier entstehen Landschaften, die zu den abwechslungsreichsten in Frankreich zähle

Das Weinbaugebiet der Provence verläuft von Westen nach Osten, von den Alpilles bis zum Estérel-Gebirge. Die Appellation Côtes de Provence umfasst die Departements Var, Bouches-du-Rhône und einen Teil der Seealpen (Alpes Maritimes). So entstehen hier Weine mit einer großen aromatischen Vielfalt und stark unterschiedlichen Akzenten, aber allen ist der sonnige Charakter des Mittelmeerklimas gemein.

 
 

klima

Das Klima beeinflusst den Weinbau in der Provence sehr stark: Es gibt wenig Regen und etwa 3.000 Sonnenstunden pro Jahr. Der Mistral reinigt die Luft und begrenzt den Schädlingsbefall. Entsprechend dem Mittelmeerklima ist die Stockdichte mit 2,5 qm/Rebstock dem Wasservorrat angepasst.

Der Rebschnitt wird in der Regel als doppelter Royat-Schnitt (zwei horizontal gegenüberliegend gebundene Kordonarme) durchgeführt, so dass sich die Trauben auf dem Fruchtholz gleichmäßig anordnen können. Die Anzahl der Trauben wird so begrenzt und sind damit konzentrierter. Außerdem weist das Terroir hier eine weitere Besonderheit auf: Die Böden besitzen wenig organische Stoffe, so dass ein Großteil des Weinguts organisch gedüngt wird. Diese natürlichen Stoffe stammen aus den Schafställen von Crau (Département Bouches-du-Rhône), in der Nähe des Weinguts.

 
 

Rebsorten

Auf dem Weingut wachsen die typischen Rebsorten der Provence, die zur Herstellung der Côtes de Provence rosé, weiß und rot verwendet werden:

  • Grenache
  • Tibouren
  • Cinsault
  • Syrah
  • Cabernet-Sauvignon
  • Mourvèdre
  • Rolle
  • Sémillon
 
 

AOC CÔTES DE PROVENCE: geographie und geologie

Die Appellation Côtes de Provence teilt sich in die drei Départements Var, Bouches-du-Rhône und einen Teil der Seealpen (Alpes Maritimes) auf. Zusammen haben die 84 Gemeinden eine Fläche von 20.500 Hektar.

Das Terroir der Appellation ist sehr komplex, denn die Böden sind gleichzeitig kalkhaltig (im Norden und Osten), kristallisch (im Süden und Westen) und vulkanisch (an den Ausläufern und bei Fréjus).

Im Allgemeinen herrscht ein Mittelmeerklima, das jedoch aufgrund der Höhenunterschiede und des Meereseinflusses große Unterschiede aufweist.

 
 

ROSÉS DE PROVENCE: 86% DER PROVENCE-WEINPRODUKTION

Pressen

Dies ist die wichtigste Etappe bei der Rosé-Bereitung. Es geht darum, die Anthocyane (Farbpigmente) und die Aromen aus der Beerenschale zu extrahieren. Dies kann durch direktes Pressen der ganzen oder entrappten Trauben erfolgen.

 
 

NACHTLESE IM CHÂTEAU LA GORDONNE

„Seit fast 20 Jahren werden alle Trauben des Château La Gordonne in der Nacht gelesen, entweder maschinell oder seit dem Jahrgang 2008 manuell. Wenn bei Mondschein gelesen wird, nutzen wir die nächtliche Frische, die dank der Meeresnähe herrscht. Tagsüber steigen die Temperaturen leicht über 35°C im Schatten der Weinblätter. In den Monaten August und September saugen die Trauben die Sonne dieses Mittelmeerklimas auf, so dass sie später komplexe, fruchtige, florale und auch würzige Aromen zeigen."

 
   
 

GÄRUNG

Bei der alkoholischen Gärung ist der Most klar. Dies macht zuvor eine Klärung notwendig, das heißt die festen Bestandteile wie Schalenreste, Stiele, Fruchtfleisch oder Erde werden herausgefiltert. Die Gärung erfolgt bei Niedrigtemperatur, so dass die vielfältigen Aromen soweit es geht erhalten bleiben.

Durch den Einsatz von emaillierten Edelstahl- oder Betontanks können hochwertige Rosés produziert werden. Die Roséweine und auch die Cuvée Cirque des Grives lagern auf der Feinhefe.

 
 

VERKOSTUNG DER ROSÉWEINE

Die blasse Farbe reicht von Rosenblättern bis hin zu Koralle.

In der Nase zeigen sich fruchtige und florale Noten mit Anklängen von Menthol, Zitrusfrüchten (Ananas, Grapefruit, Zitrone), frischen Mandeln, exotischen und weißfleischigen Früchten (Pfirsich, Litchi, Mango). Am Gaumen werden ihre Lebhaftigkeit, ihre Finesse und ihre frische Frucht deutlich.

 

 

 
 

FARBE DER ROSÉS DE PROVENCE

Die Farbe dieser Weine entsteht während der Gärung durch den Kontakt der Beerenschalen mit dem Most. Je nach Rebsorte besitzen die Beerenschalen mehr oder weniger viele Farbstoffe (Anthocyane).

Die Wahl der Rebsorte spielt für die künftige Farbe des Weins daher eine ganz wichtige Rolle. Auch die Art und Weise, wie vinifiziert wird, ist entscheidend. Die rosa Farbe der direkt gepressten Weine ist in der Regel recht hell (fleisch- oder lachsfarben). Auch die Dauer spielt bei der Maischegärung eine große Rolle, d.h. wie lange bei den sogenannten  „Saignée“-Weinen die Beerenschalen mit dem Most in Kontakt kommen. Als letzter Faktor ist das Terroir für die Farbe von Bedeutung. Die unterschiedlichen Herkünfte in der Provence sind für die verschiedenen Rosé-Nuancen der Provence-Weine verantwortlich.

Das Forschungszentrum  „ Centre du Rosé“ präsentiert die Hauptfarben der Roséweine aus der Provence. Neun Farben tragen schon einen Namen: Groseille (Johannisbeere), Bois de rose (Rosenholz), Framboise (Himbeere), Chair (Fleisch), Marbre rose (Rosa Marmor), Saumon (Lachs), Pelure d’oignon (Zweibelschale), Brique (Ziegel) und Corail (Koralle). Diese Farben sind für alle Profis in einem Koffer zusammengestellt und bilden so offizielle Anhaltspunkte. Ein wahres Bekenntnis für die Rosé-Weine.

 

 
 

FORSCHUNGSZENTRUM FÜR ROSÉWEINE

Als unangefochtener Rosé-Marktführer in Frankreich hat die Provence ein einmaliges Institut ins Leben gerufen: das Forschungszentrum für Roséweine „Centre de recherche et d’expérimentation sur le vin rosé“. Die Verantwortlichen der Weinbranche in der Provence haben das Rosé-Forschungszentrum im Frühjahr 1999 im Département  Var, in Vidauban gegründet.

Dieses in der Welt einzigartige Forschungsinstitut erlaubt allen Weinexperten, auf grundlegende Informationen zurückzugreifen und ihre Produktion zu verbessern.  Alle Winzer der Region profitieren von den Ergebnissen des Rosé-Zentrums. Die Forscher können Phänomene erklären und quantifizieren, die bis dato nur empirisch waren. Sie beantworten technische Anfragen der Winzer, mit besserer Terroir-Kenntnis und größerem Know-how zur Vinifizierung und Lagerung. 

 

 

Die Forscher helfen durch die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse auch der nationalen und internationalen Wissenschaft. Die Provence ist mit diesen Untersuchungen und Informationen zu den Roséweinen  in der Lage, den Rosé-Markt zu beeinflussen und die Qualitäten zu steigern. Die Studien des Forschungszentrums stellen heute die Vielfalt und Exzellenz der Roséweine aus der Provence unter Beweis. 

 
 

ROTWEINE DER PROVENCE: 11% DER PROVENCE- WEINPRODUKTION

Von der Lese in den Keller

Hier entscheidet der Winzer, wie er seine Weine ausbaut. Baut er sie als Rotweine aus, wird er das Lesegut entrappen und sich eher für eine  klassische Maischegärung (kurz oder lang) entscheiden. Sollte er sich dafür entscheiden, die Trauben im Ganzen zu vinifizieren, wird er eher die karbonische Gärung wählen. Bei dieser Methode gibt der Winzer das komplette Lesegut in einen Gärbehälter mit Kohlendioxid. Die geringe Zuckermenge verwandelt  sich (ohne Einwirkung von Hefen) durch das Phänomen der intrazellulären Gärungin Alkohol. 


 
   
 

ASSEMBLAGE

Der Most läuft ohne äußere Druckeinwirkung aus der Presse (Vorlaufwein), der Most des verbliebenen Tresters wird gepresst (Presswein). Am Ende der Verkostung werden die Verschnitt Anteile der Assemblage bestimmt. Im Falle der karbonischen Gärung kann der Aromen intensivere  Pressmost eventuell durch Vorlaufmost abgerundet werden.

Malolaktische Gärung

Während seiner Lagerung vollzieht der Rotwein eine malolaktische Gärung (Biologischer Säureabbau; Umwandlung etwa der Hälfte der scharfen Apfelsäure in die mildere, laktische Milchsäure und Kohlendioxyd). Der Wein erhält dadurch eine andere, mildere Persönlichkeit. Entweder die malolaktische Gärung erfolgt in hermetisch verschlossenen Behältern aus Edelstahl, Stahl, Beton oder aber in Holzfässern (Barrique, Bota, Fuder).

 

 
 

ROTWEIN-VERKOSTUNG

Verkostung junger Rotweine

Eine klassische Vinifizierung mit einer kurzen Maischegärung bringt klare, granat- bzw. rubinrote, sehr gefällige und süffige Weine hervor. Die Tannine sind diskret, und die Aromen erinnern an rote Früchte und bestimmte Blumen. Durch die karbonische Gärung werden weichere Weine erzeugt, deren lebhafte rubin- bis granatrote Farbe etwas blasser ist. Sie zeigen eine schöne Frucht und Frische.

Verkostung lagerfähiger Weine

Diese Weine erhält man durch eine klassische Vinifizierung mit langer Maischegärung. Die lagerfähigen Weine haben eine dunkle Farbe und sind tanninreicher. Durch die Reifung erhalten sie komplexere Aromen von roten und schwarzen Früchten, Gewürzen, Leder und Kräutern. Die Tannine werden weicher, ziegel- und granatrote Reflexe treten auf, die Aromen entwickeln sich. Durch das Eichenholz bekommt der Wein zudem charakteristische Vanille- und Röstnoten.

 

 
 

WEISSWEINE DER PROVENCE: 3% DER PROVENCE- WEINPRODUKTION

Weinlese

Diese Etappe ist sehr kniffelig, da die weißen Trauben zu diesem Zeitpunkt viel anfälliger für mögliche Oxidationen sind.

Pressen

In den meisten Fällen wird das Lesegut direkt in der Presse entrappt, gequetscht und gepresst oder in den Behälter zur intrazellulären Gärung gegeben. Letztere ist bei kontrollierter Temperatur (18°C) relativ kurz, nämlich so lange bis sich die verschiedenen Aromen aus der Beerenschale gelöst haben. Vorlaufwein und Presswein bleiben zunächst voneinander getrennt. Je nach ihrem Aromenpotenzial werden sie dann zusammengefügt – oder eben nicht.  

 

 

 
   

Champagne

Provence

Camargue

Portugal

 

Alkoholmissbrauch gefährdet die Gesundheit. Trinken Sie verantwortungsvoll.