PORTO oder die geschichte eines grossen weins

Fast zwei Jahrtausende lang wurde an den Schieferhängen des Douro-Tals ein außergewöhnlicher Wein hergestellt. Portwein ist mehr als nur eine Gabe der Natur. Der Porto ist selbst, auch von seiner Historie her, ein wahres Kulturerbe, das aus der Arbeit und den Erfahrungen, dem Wissen und der Kunstfertigkeit von mehreren Generationen entstanden ist.

Portwein war ein Schlüsselprodukt der nationalen Wirtschaft, er symbolisierte Portugal in aller Welt. Spuren von Weinbehältern und –amphoren, die überall in der Region des Douro gefunden wurden, gehen bis auf das 13. und 14. Jahrhundert zurück.

Aber erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, als der Weinbau im Douro-Tal an Bedeutung gewann und immer mehr Weine exportiert wurden, tauchte die Bezeichnung „Vin de Porto“, also Portwein, auf. Im September 1756 wurde die „Compagnie Générale de l’Agriculture des Vignes du Haut-Douro“, die Gesellschaft für die Weinberge des Haut-Douro gegründet. Ihre Aufgabe war es, gemäß dem Grundbuch die Produktqualität zu sichern (Betrugsvorbeugung, Preisstabilisierung).

 
   
 

DIe Region HAUT DOURO und ihre Lage

Die Douro-Region liegt im Norden Portugals, nahe der spanischen Grenze. Um sie herum erheben sich die Berge, was das besondere Klima erklärt. Die Weinberge liegen auf 100 bis 550 Metern Höhe.

Das Gebiet wird in drei Zonen unterteilt: Baixo Corgo, Cima Corgo und Douro Superior. Je mehr man in den Norden des Haut Douro kommt, umso weniger Weinberge gibt es. Im Baixo Corgo ist der Weinbau die wichtigste Anbauform, allerdings liegen im Cima Corgo die fruchtbarsten Gebiete. In der Region Douro Superior gibt es Weinbau nur um die kleinen Dörfer herum sowie auf den kürzlich angelegten Flächen.

 
   
 

GeOLOGIE und böden

Entlang des Oberen Douro-Tals und seiner Nebenflüsse gibt es vor allem granithaltige Böden, die Weine von nicht ganz so guter Qualität erzeugen. Um das Beste aus ihnen herauszuholen, hat der Mensch unter größter Anstrengung die Natur „modelliert“: Bildung der Böden, Zerstörung der Felsen, Anlegen von Terrassen.

In den meisten Fällen gibt es schlammhaltige Sandböden, Schlamm und feinen Schlamm mit vielen Kieselsteinen. Diese Konsistenz ist entscheidend, denn so können die Wurzeln besser die Böden durchdringen, die Temperaturschwankungen werden verringert und der Weinberg wird vor Erosion geschützt. Der Phosphorgehalt ist gering, der Kaliumgehalt ist mittel bis hoch. Der Boden ist durchschnittlich sauer.

 
 

klima, temperaturen und niederschläge

Es herrscht ein gemäßigtes Klima mit Höchsttemperaturen von 31-34º C im Juli, August und durchschnittlichen Tiefsttemperaturen von -1°C im Januar. Die Berge im Norden schützen die Weinberge vor den kalten Winden, und im Westen verhindern die „Serra do Marão” und die „Serra Montemuro\” den Eintritt feuchter Luftmassen, die vom Atlantik kommen.

Das Klima ist gekennzeichnet durch eine geringe Niederschlagsmenge und Temperaturen, die immer weiter ansteigen, je näher man nach Spanien kommt. Im Sommer sind die Temperaturschwankungen am Tag recht schwach, was gut für das Reifen der Trauben ist. Ihr Zuckergehalt beträgt so 12 bis 14%, ein notwendiger Wert für Portwein.

 
 

rebe

Vor der Reblausplage Ende des 19. Jahrhunderts, wurden die Weinberge in ein oder zwei Reihen mit einzelnen Pflöcken bestockt. Sie waren durch kleine Steinmauern getrennt, je nach Höhenunterschied, um das natürliche Gefälle zu erhalten. In der Ebene wurden leicht abschüssige Terrassen und Steinmauern angelegt. Diese zwei Pflanzmethoden herrschen heute noch zu 75% in der Region vor.

 
 

portwein-herstellung

Lese

Handlese im September: Die Trauben werden in Bütten gesammelt und auf unterschiedliche Weise zu den Gärbehältern gebracht.

Traditionelles Einmaischen mit den Füßen

Früher wurde das Lesegut in Bütten, die schließlich zwischen 60 und 75 Kilo wogen, auf dem Rücken transportiert. Die Trauben wurden dann in so genannte „lagares“ (Becken i.d.R. aus Granit) geschüttet, und von Menschen mit den Füßen zerquetscht und eingemaischt. Normalerweise waren es zwei Personen pro 500 Liter. Das erste Einmaischen, die „corta“ oder „coupe“, dauerte vier Stunden. Nach einer Pause in der Nacht wurde das Einmaischen am nächsten Tag fortgesetzt (24 bis 36 Stunden insgesamt). Diese traditionelle Methode wird auch heute noch für die Jahrgangsweine und Prestige-Cuvées durchgeführt.

 

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